"Lustig ist anders!" Pressemitteilung von Solid Mittelsachsen e.V. zur makaberen Verhöhnung von Krieg durch den KCR
Unter dem Motto: "Wilde Träume werden wahr - wir laden ein nach Afrika" stehen die diesjährigen Karnevalsfeierlichkeiten des KCR (Karneval-Club Rochlitz ). Wer hier allerdings im ersten Moment an wilde Tiere und aufregende Safari denk, liegt leider falsch. Wie am 16. 02. 2012 in der Freien Presse zu lesen war, wird das Programm des Karnevalclub mit einem sehr makaberen Scherz eingeleitet. Mit dem Satz: "So billig wie mit Rommel kommen wir nie wieder nach Afrika" schlägt der Verein unserer Einschätzung nach völlig über die Strenge. Doch das ist nicht genug: in der Einleitung des "Sketches" rollen zwei Darsteller bei Motorgeräuschen mit einem Panzer aus Pappe ein: Kriegverherrlichung als Unterhaltungsprogramm. Nachdem der "Sketch" vorallem bei den Älteren zuschauern auf Kritik stieß, verteidigte der Sprecher des KCR Steffen Burkhardt den Vorfall mit den Worten: "Der Panzer und die Anspielung auf Rommel sind nur eine Art Klammer, mit der die beiden Protagonisten ihren Sketch eingeleitet haben. Das ist Satire, und Satire überhöht". Für uns stellen sowohl der sogenannte "Sketch" wie auch die Aussagen von Steffen Burkhardt eine Anmaßung dar. Erwin Rommel, als einer der wichtigsten Männer für Hitlers Feldzüge im 2. Weltkrieg, war maßgeblich an der Ermordung unschuldiger Menschen, getrieben durch Größenwahn, beteiligt. Es kann und darf nicht sein, dass Scherze auf Kosten derer gemacht werden, die in diesem von Deutschland ausgehenden Krieg ihr Leben ließen oder bis heute unter den dramatischen Erlebnissen leiden müssen. Zur Rechtfertigung, solch ein Scherz sei Satire, muss klar gestellt werden, dass wir das Satire auch Grenzen kennen muss, welche spätestens bei der Darstellung von Krieg als Amüsement erreicht sind. Wir verurteilen den "Sketch" und die Aussagen des KCR, und fordern den Verein auf, den Sketch nicht weiter aufzuführen und sich für die Relativierung von Kriegsverbrechen und der daraus resultierenden Verhöhnung von Kriegsopfern öffentlich zu entschuldigen.